resident evil lieben lernen

Endlich versteht mich jemand. Das kommt nicht oft vor, zumal dann nicht, wenn es um meine Liebe zu Resident Evil (den Filmen!) geht, der ich immerhin den allerersten Beitrag zur Eröffnung dieses Blogs gewidmet habe.

Nun ist es aber doch passiert.

Daniel Sander hat im aktuellen KulturSPIEGEL (9/2012) in einem hinreißenden Artikel mit dem Titel Ein Herz für Untote seine Liebe erklärt. Zu Unrecht, so Sander zu Recht, werden die Filme gering geschätzt, verspottet usw. Niemand ließ sich bisher dazu herab, die Hitchcock-Verbeugungen und die Lewis Carroll-Anspielungen, den Witz, die Phantasie und den innovativen Charakter der Actionszenen zu würdigen.

Es sind aber nicht diese Hinweise, die mich zu einer kleinen Lobeshymne auf den Artikel von Daniel Sander verleiten, sondern seine Ausführungen zu Alice/Milla Jovovich. Was er dazu schreibt, trifft den Kern der Filmreihe und macht deutlich, warum man Resident Evil lieben (lernen) sollte.

„Wenn Milla Jovovich jemandem den Kopf verdreht, dann nur, um ihm das Genick zu brechen. Sie ist nicht die Sorte Frau, die in Zeiten der Apokalypse in der Ecke steht und darauf wartet, dass ein Ritter vorbeikommt und ihr den Weg zum Happy End freischießt. Sie schießt selbst. Oder tritt und schlägt und hackt. Sie tut, was getan werden muss, im Dienste der Menschheit. Milla Jovovich ist meine Heldin.“

Daniel Sander kommt in seinem Artikel auf hier und da den Filmen gegenüber vorgebrachte Sexismusvorwürfe zu sprechen, die im Wesentlichen darin gründen, dass Alice in der Regel in den knappestmöglichen Outfits unterwegs ist und auch mal in Strapsen kämpft. Sander rückt diesen Vorwurf ein wenig zurecht, wenn er schreibt:

„Doch keiner der männlichen Co-Charaktere würde es je wagen, dazu einen anzüglichen Kommentar abzugeben oder auch nur einen lüsternen Blick zu riskieren. Weil er weiß, dass er dann sehr bald tot wäre. Alice kokettiert mit ihrer Sexualität, ist aber nie Sexobjekt. Sie ist die Ikone all jener, die seit vergangenem Jahr auf den weltweiten ‚Slutwalks‘ dafür demonstrieren, dass wenig Kleidung keine Einladung zur Vergewaltigung ist.“

Mir ist diese Facette völlig entgangen, als ich vor einiger Zeit versucht habe, die feministischen Potentiale von Resident Evil auszuleuchten. Um so schöner, dass Daniel Sander das nun nachgeholt hat.

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