Strike a Pose! Gal Gadot, Cara Delevingne, oder: Hilfe, die Models schauspielern?

Models, die schauspielern. Die Filmkritik jubelt, denn das heißt: Es lässt sich eines der liebsten Klischees auspacken – und dafür noch selbstbestätigungsgesättigtes Kopfnicken bei Leser_innen hervorrufen. Gal Gadot und Cara Delevingne sind zwar Models und sie seh’n gut aus, Schauspieltalent als Wonder Woman oder Laureline (in Valerian – Die Stadt der tausend Planeten) will man ihnen dann aber doch lieber nicht zugestehen. Die haben ja nur einen Gesichtsausdruck, schreit der Chor. Irgendetwas zwischen naiv-dümmlich und sexy-lasziv. Models halt.

Ich bin zwar gerade nicht in der Stimmung, Links herauszusuchen, habe derartige Bemerkungen aber sicher einige Male gelesen, auch wenn es mitunter freundlicher fomuliert wird; etwa von Vivien Kristin Buchhorn in ihrer Kritik an Valerian im Freitag (29/2017):

„Das Spiel der Protagonisten ist dabei genauso ausdruckslos wie ihre Sprache. Cara Delevingne wirkt, als würde sie die Kamera mit einem Spiegel verwechseln, in dem sie ihren Modefoto-Look trainiert. Dane DeHaans glatte Mimik wird zu einem zweiten Schutzanzug, und selbst die Kraft eines Clive Owen (als Commander Arun Filitt) wird von der Montage in kurze Wutausbruch-Sequenzen verbannt, wo sie unbeachtet verkümmert. Nahaufnahmen werden so nicht zu einem Vergrößerungsglas für Ausdruck und Gefühl, sondern zu Maskenbildern.“ [meine Hervorhebung, TL]

Was auch sonst? Schauspielkunst muss natürlich immer und ausschließlich bedeuten, ‚Tiefgründigkeit‘ und ‚Charakter‘ mit virtuoser Gesichtsakrobatik ‚zum Ausdruck‘ zu bringen. Wer das nicht tut, schauspielert nicht anders, sondern schlecht. Mich überzeugt das nicht. Die Neigung, emo-expressive Mimik nicht als eine bestimmte Schauspielästhetik, sondern als Schauspiel schlechthin zu behandeln ist nichts anderes als Faulheit der Kritik. Faul, weil sie sich nicht die Mühe macht, die Möglichkeit verschiedener Stile auszuloten; faul auch, weil sie die Ästhetik eines Films auf den ‚Gesichtsausdruck‘ der Schauspieler_innen reduziert.

Was wäre, wenn man – nur für einen Moment – unterstellt, dass Gal Gadot, Cara Delevingne, ihre Directors und Directors of Photography wissen, was sie tun und das auch können (was nicht heißt, dass es gefallen muss). Einige der Szenen in Wonder Woman und Valerian, die als Beleg der Mimikinkompetenz von Gadot und Delevingne herhalten müssen, wirken tatsächlich doch wohl eher so, als handele es sich um den Versuch, eine Ästhetik zu entwickeln, die den Film (im Kino auf der großen Leinwand) absichtlich möglichst weit weg von der Theatralik des Theaters und möglichst nah heran an die Oberflächlichkeit der Fotografie führt. Man mag das zeitkritisch als Zugeständnis an die Fotoisierung der Weltwahrnehmung in digitalen Zeiten, oder einen Kommentar zu dieser Ästhetik, interpretieren (in Teju Coles aktueller Essaysammlung Vertraute Dinge, fremde Dinge, HanserBerlin 2016, übersetzt von Uda Strätling, finden sich kluge Bemerkungen zu diesem Thema).

In Wonder Woman und Valerian gibt es zahlreiche Momente, in denen die Kamera absichtsvoll Blicke als Blicke einfängt, in denen das Bewegtbild des Films zur stillgestellten Pose des Fotos wird: Posen, die als Posen konzipiert, durchgeführt und als solche zu erkennen gegeben werden. Das sollte man nicht mit schauspielerischem Unvermögen verwechseln, auch wenn einem die posenhafte Ästhetik des selfie im Kino nicht zusagt.

Gal Gadot und Cara Delevingne – die Models, die gut ausseh’n – schauspielern im Dienst einer fotografischen Filmästhetik in einer Weise, die das komplette Gegenteil dessen ist, was Heidi Klum ihren ‚Mädchen‘ immer als Zusatzqualifikation eines Models aufdrängt. Heidis Models sollen Laienschauspielerinnen sein, die mit Expressivität und Theatralik ein erfundenes Inneres ‚zum Ausdruck‘ bringen. Das will dann wirklich niemand in einem Film sehen. Gadot und Delevingne – oder besser: die Art und Weise, wie die Kamera sie einfängt und inszeniert – bedienen jedenfalls nicht dieses merkwürdige Klischee, Charakter, Persönlichkeit und tiefste Gefühle müssten auf der Leinwand vom Gesicht abzulesen sein. Das reflexhafte Bashing schauspielernder Models mag daran liegen, dass die Art ihres Spiels ein gewisses Unbehagen bei den Zuschauer_innen hervorruft, signalisiert sie doch stets: Ich weiß, dass Du mich auf der Leinwand beobachtest. Jeder Gesichtsausdruck existiert nur, weil Du mich beobachtest. Ich offenbare damit nicht meine Gefühle, sondern posiere für die Kamera.

Was ich eigentlich sagen wollte: Ich halte die Klischees des schauspielernden Models und des reflexhaften hat nur einen Gesichtsausdruck (mit dem ja auch nicht-modelnde Schauspielerinnen wie Kristen Stewart gern überzogen werden) für eine Sackgasse der Filmkritik – und Valerian ist ein durchaus unterhaltsamer Film, der Schwächen hat, aber auch Stärken.

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In Flanders Fields. Wonder Woman vs. General Ludendorff

Während ihr erster Auftritt im Comic (1941) die Heldin in den Zweiten Weltkrieg führte, betritt Wonder Woman in ihrem ersten großen Kinofilm die Welt der gewöhnlichen Menschen während des Ersten Weltkriegs. Was soll diese Verlagerung des Schauplatzes nun bedeuten – from a historian’s point of view?

Erstens unterstreicht der neue Schauplatz, dass es sich bei der Amazonenprinzessin um einen eigenständigen Charakter handelt. Hellboy, Captain America und Co. haben den Zweiten Weltkrieg und alle damit verbundenen Storylines in den letzten Jahren derart intensiv beackert, dass hier inzwischen wohl wenig Spielraum für eine originelle Geschichte bestehen dürfte, die Wonder Woman nicht als bloßen Neuaufguss ihrer Kollegen erscheinen ließe. Superheldinnen haben ein Recht auf ihren eigenen Krieg.

Zweitens bietet der Erste Weltkrieg Bilder, die der Zweite Weltkrieg nicht bieten könnte, jedenfalls wären das dann nicht die Bilder, die im kollektiven Gedächtnis für diesen Krieg stehen. Vor dem Hintergrund eines Stellungskriegs lässt sich Wonder Woman bildlich einfach viel besser als dynamische und dynamisierende Kraft inszenieren. Etwa in jener Schlüsselszene, in der sie auf den Schlachfeldern Flanderns den zur Tarnung über ihrem Amazonenkostüm getragenen Wollmantel abwirft und das tut, was den Soldaten um sie herum als schlichte Unmöglichkeit erscheint: auf die Leiter steigen, den Schützengraben verlassen und das Niemandsland überwinden. Paradigmatischere Bilder als in dieser Szene dürften sich kaum finden lassen, um auch dem letzten Zweifler zu zeigen, dass Wonder Woman die Welt in Bewegung versetzt – dass sie tut, was andere noch nicht einmal mehr für denkbar halten.

Drittens ändert sich mit der Verschiebung vom Zweiten in den Ersten Weltkrieg die grundsätzliche Jobbeschreibung US-amerikanischer Comic-Held_innen nicht wirklich. Das Böse aus den Deutschen herausprügeln kann man in beiden Weltkriegen, denn böse waren sie ja nicht erst, als sie damit anfingen, Naziuniformen zu tragen – siehe General Ludendorff, der zusammen mit der bösen Chemikerin Dr. Maru perfide Giftgasexperimente durchführt und aus guten Gründen eines Pakts mit dem dämonischen Bösen verdächtigt wird.

Viertens sind trotz des bösen Ludendorffs die Rollen im Ersten Weltkrieg weniger eindeutig  verteilt. Zumindest gibt es etwas Spielraum für eine Erzählperspektive, die mit den Gemeinsamkeiten aller Kriegsparteien spielt: Auf beiden Seiten gibt es Menschen, die für kriegstreiberische Einflüsterungen empfänglich sind; die wollen, dass der Krieg immer und immer weiter geht – und sei es nur, weil der Krieg ab einem bestimmten Zeitpunkt vertraut ist, während Frieden zum unentdeckten Land wird, das zu betreten man fürchtet. Mit Blick auf den Zweiten Weltkrieg käme eine solche Perspektive nicht unmittelbar in den Sinn.

Fünftens könnte man in der verfilmten Geschichte von Wonder Woman eine mögliche Deutung des Ersten Weltkriegs sehen, die aktuellen geschichtswissenschaftlichen Deutungsmustern gar nicht so unähnlich ist. Wo in Christopher Clarks Bestseller den Akteuren auf allen Kriegsseiten ein schlafwandelndes Taumeln in und durch den Krieg bescheinigt wurde (im Grunde also niemand so richtig schuld ist und es eigentlich keiner so gemeint hat), ist es im Film der zurückgekehrte Kriegsgott Ares, der allen Beteiligten Ideen einflüstert, freilich aber auch darauf besteht, dass er niemanden zwinge, Krieg zu führen. In beiden Fällen treten politische und ökonomische Interessen, die die verschiedenen Länder in ganz unterschiedlicher Weise in den Krieg führten, in den Hintergrund. Aus Kriegsparteien werden Schlafwandler, denen vielleicht der Kriegsgott ihre Träume einflüstert – bis Wonder Woman sie wachrüttelt.

Jenseits geschichtswissenschaftlicher Thesen ist Wonder Woman übrigens ein guter Film.

hören/sehen/lesen 2013 – meine top 9

Wie schon 2011 und 2012, meine Jahresabschlussbestenliste:

Es handelt sich um die Top 9 derjenigen kulturindustriellen Produkte, die ich gekauft und auch (schon) gehört/gesehen/gelesen habe. Es ist weder eine Wunschliste, noch eine Aussage über die besten Dinge ‚überhaupt‘. Irgendwie fehlen wieder Filme auf der Liste (was aber an meiner retromanen DVD-Kaufpolitik liegen dürfte …) Außerdem begrüße ich zwei neue Genres auf der Liste: eine ‚akademische‘ Studie sowie einen Zeitschriftenaufsatz!

9) Girls (Season 1)

Die erste Staffel der Fernsehserie Girls ist eigentlich sooo 2012, in deutscher DVD-Veröffentlichung aber eben 2013 – und daher auf dieser Jahresliste. Über Lena Dunhams Serie ist viel geschrieben worden; in der Regel pendelte das zwischen Lob und Begeisterung. Einerseits bietet die Serie grandiose Komik, die einem das Lachen immer wieder einmal auch im Halse stecken bleiben lässt. Andererseits finden sich nicht unspannende Interpretationslinien eines ganz bestimmten (generationellen) Milieus. Allerdings, ein sehr begrenztes Milieu: die eliteuniversitär gebildeten girls (and boys) der gehobensten Mittelschicht und unteren Oberschicht, deren Prekarität darin besteht, ab einem gewissen Zeitpunkt nicht mehr den kompletten (und auch keinesfalls unterschichtigen) Lebensunterhalt von ihren Eltern überwiesen zu bekommen. Soziales Elend bedeutet hier, dass man es sich nicht mehr leisten kann, unbezahlt bei einem hippen Verlag herumzuwerkeln oder, dass man sich das Zimmer im hippen Teil Brooklyns nun halt von der Mitbewohnerin finanzieren lassen muss. Weder Umzug noch ordinäre Lohnarbeit werden dabei als Lösung auch nur in Betracht gezogen …

8) Adult -The Way Things Fall

Wenn – Achtung, Floskel! – Legenden zurückkehren, dann werd sogar ich zum Elektropunk, imaginiere Tanzflächen herbei und frage mich: Will we, will we live like this forever? Dieses Album ist vielleicht das beste Tanzalbum seit Soft Cell: Non Stop Erotic Cabaret – – –

7) David E. Nye – America’s Assembly Line

Hier nun der akademische Titel. Ich bin nun einmal Historiker mit Interesse an Industriegeschichte – und da freut es mich halt, das tolle Buch eines amerikanischen Kollegen zu lesen, in dem das Fließband als Signatur des amerikanischen 20. Jahrhunderts diskutiert wird; das Fließband als technisches, soziales und kulturelles Konstrukt, das in Fabrikhallen ebenso zu Hause ist wie im Kino oder zahlreichen Romanen. Hut ab, David Nye. Klasse Buch.

6) Enrique Vila-Matas – Dublinesk

Ein alternder spanischer Verleger und der Bloomsday der Dubliner und weltweiten James Joyce-Gemeinde sind die Helden von Enrique Vila-Matas‘ Roman „Dublinesk“, der 2013 in der Anderen Bibliothek erschienen ist, in deutscher Erstübersetzung von Petra Strien. Literatur ist eben doch das Leben. Vila-Matas kannte ich bisher nicht, bin nun aber von seiner feinen Sprache und dem subtilen Humor beeindruckt. Danke, C.W., für das Geschenk!

5) Bruce Robbins – Balibarism!

Bruce Robbins‘ als ‚Rezension‘ einiger neuer Schriften Etienne Balibars getarnter, monumentaler Essay, erschienen in n+1 (issue 16), ist und war mir zum Lektürezeitpunkt – wie man so schön sagt – ‚aus der Seele geschrieben‘. Robbins liefert eine grandiose Polemik gegen den radikal-schicken, quasi-religiös eifernden Mystizismus der hippen Neo-Kommunismustheoretiker um Alain Badiou, Jacques Ranciere oder Slavoj Zizek – und feiert, mit beeindruckender argumentativer Schärfe, den radikalen Reformismus von Etienne Balibar. Wer sich für politische Theorie interessiert, muss diesen Aufsatz lesen. Wirklich.

4) Colin MacInnes – Absolute Beginners

1959 erschien in London DER literarische Gründungstext der neuen teenage pop generation: Colin MacInnes‘ „Absolute Beginners“, irgendwann verfilmt und, natürlich wichtiger, vertont von Peter Weller’s Band The Jam, später auch von David Bowie. Der Roman führt die Selbsterfindung des „Teenagers“ zwischen Konsum, Musik und Politik vor, ein so wütendes wie berührendes und lustiges Bemühen um Eigenständigkeit. Im ziemlich neuen und ziemlich guten Metrolit Verlag ist 2013 endlich, endlich eine Neuübersetzung erschienen. Die Übersetzer_innen Maria und Christian Seidl fangen den unruhigen, jugendlich arroganten Stil ein, den sprachlichen Jazz, der das Buch ebenso ausmacht wie die ‚Story‘. „Willkommen in London! Grüße aus England! Darf ich Euch mit Eurem ersten Teenager bekannt machen!“

3) Savages – Silence Yourself

Dass das Debütalbum von Savages nicht in meiner Reihe „es könnte goth sein“ auftaucht, liegt daran, dass „Silence Yourself“ schlicht goth ist und nicht nur sein könnte. Musikalisch hat Jenni Zylka das Album im Rolling Stone schick auf den Punkt gebracht: „What the heck! Es ist kein Verbrechen, wie Siouxsie And The Banshees zu klingen.“ Hinzuzufügen bleibt: Es ist auch kein Verbrechen, dabei wie Ian Curtis auszusehen.

2) Georg Klein – Die Zukunft des Mars

Mit Georg Kleins aktuellem Roman habe ich mich an anderer Stelle schon etwas detaillierter beschäftigt, daher soll hier der Hinweis genügen: ein wirklicher Lektüregenuss – nicht nur für Science Fiction Liebhaber_innen! Sprache und Komposition und Geschichte greifen hier so wunderbar ineinander, dass man gar nicht weiß, wovon man sich zuerst begeistern und beeindrucken lassen soll. Die Gestaltung des Buchs – der Rowohlt-Verlag hat eine wahre Schönheit hervorgezaubert – schreit danach, es flächendeckend zu verschenken.

1) Colleen Green – Sock It To Me

Sonnenbrille und eine Gitarre, die auch ein Gewehr sein könnte, ein Gesang, der zumindest mir keine Fluchtmöglichkeit lässt und mich Song für Song an sich kettet. Colleen Green’s Album „Sock It To Me“ ist definitiv der musikalische Höhepunkt des Jahres (Sorry, Kanye West). Das hätte viel mehr diskutiert und gefeiert werden sollen und müssen. Ich mag mir gar nicht vorstellen, dass ich das vielleicht gar nicht mitbekommen hätte …

hören/sehen/lesen 2012 – meine top 9

Wieder kurz vor Weihnachten, wieder kurz vor Jahresende. Wie im letzten Jahr versuche ich mich an einer kleinen Liste. Auch diesmal ist es keine Wunschliste. Auch diesmal sind auf der Liste nur Dinge, die ich schon habe, mir also nicht mehr zu wünschen brauche.

Wie im letzten Jahr ist damit schon das erste Auswahlkriterium benannt: der vollzogene Kaufakt. Dadurch komme ich auch diesmal nicht in die Verlegenheit, implizite Wertigkeiten für alle potentiell verfügbaren CDs, DVDs und Bücher des Jahres zu behaupten. Vielmehr kann offen bleiben, ob es nicht unzählige bessere gab, die lediglich nicht Opfer meines randomisierten Kaufverhaltens geworden sind. Zudem umfasst die Liste (zweites Auswahlkriterium) etwas altmodisch nur diejenigen Dinge, die ich seit dem Kauf physisch in Händen halten kann – und auch wirklich schon gehört/gesehen/gelesen habe.

Mit Blick auf die Liste beschleicht mich der Verdacht, dass 2012 eher ein Roman- als ein Filmjahr war, ob insgesamt oder nur für mich und meine Kulturindustrieproduktekonsumgewohnheiten, das weiß ich nicht.

9) The Ward. Regie: John Carpenter

Wenn der große John Carpenter nach langer Zeit doch wieder einmal als Regisseur eines Kinofilms in Erscheinung tritt, dann muss ich natürlich die DVD kaufen und diese dann auch hier listen. The Ward ist ein klassischer Horrorfilm, ein klassischer John Carpenter: ein Gemisch aus düsterer Atmosphäre (im Irrenhaus, wie man im Horrorfilmjargon so sagt), Wahnvorstellungen, terror und suspense. Nur, man darf die Pointe nicht verraten. Wer den Film sehen möchte, sollte tunlichst nicht vorab in Erfahrung bringen, wie das ganze ausgeht.

8) Melancholia. Regie: Lars von Trier

Hach, was hat er uns alle aufgescheucht, dieser verrückte Däne, mit seiner Nazisympathisantenparodie.

Zum Glück wurde der unfassbar gut besetzte Film, der der Aufhänger für all die Aufregung war, nicht verschüttet. Melancholia – „eine Komödie“, so LvT – fesselt den Blick. Es ist die düster-poetische Bildsprache, nicht die Nacktszene von Kirsten Dunst, die es ummöglich macht, die Augen abzuwenden. Eine Zusammenfassung von story und plot erübrigt sich. Wovon der Film auch immer handelt: Es ist egal! Anfangs mag man sich vielleicht noch fragen, was da eigentlich passiert. Ziemlich rasch interessiert aber nur noch die Frage, wie der Film das, was er vielleicht zeigen will, zeigt. Attraction im vollsten Wortsinn.

7) Penelope Houston: On Market Street

Irgendwann Ende April habe ich mich verliebt. Ich habe mich verliebt in Penelope Houston, beim Konzert, hier in Chemnitz. Der unglaublichen Intensität ihrer Songs, den düster-tragischen Texten und dieser Stimme kann ich mich nicht entziehen. On Market Street ist ein wundervolles Album, das irgendwie so gar nicht die Aufmerksamkeit bekommen hat, die es verdient.

6) Harry Belafonte: My Song. Die Autobiographie

Diesem Buch, den lieben Lesenden und mir schulde ich noch einen Blogbeitrag. Die Besprechung von My Song wird kommen, irgendwann. Dieses Buch sticht gegenüber vielen Promiautobiographien nicht nur dadurch hervor, dass Harry Belafonte eben eine ganz besondere Figur ist, der es in unvergleichbarer Weise gelang und gelingt, Politik und Entertainment zu verbinden. Vielmehr glänzt und glitzert und schimmert My Song durch eine ausgeprägt literarische Sprache, die durch die Übersetzung von Kristian Lutze, Silvia Morawetz und Werner Schmitz auch in der deutschen Ausgabe grandios zum Vorschein gebracht wird. Für die Akademiker_innen unter uns gibt es mit Belafontes Buch gleichzeitig eine wundervolle Studie zur Frage: Wie funktioniert Rassifizierung? Simone de Beauvoirs große Einsicht, dass man nicht als Frau geboren, sondern dazu gemacht werde: Harry Belafontes Autobiographie zeigt eindringlich, dass das für ‚Schwarzsein‘ ebenso gilt.

5) 2:54 – 2:54

Dass das Debütalbum von 2:54 goth sein könnte, warum das gut so ist und warum mir das gefällt, gibt es hier zu lesen.

4) Jennifer Egan: Der größere Teil der Welt

Jennifer Egans Buch, die amerikanische Originalausgabe wurde 2011 mit dem Pulitzerpreis ausgezeichnet, hat mich Anfang des Jahres enorm begeistert. Der größere Teil der Welt widersetzt sich damit dem (all-)gemeinen Trend, dass Jahrescharts in der Regel von Dingen aus der zweiten Jahreshälfte dominiert werden. Das Buch ist die Geschichte einiger Gestalten, die sich irgendwie in den Musikszenen San Franciscos und New Yorks bewegen und seit den Siebzigern durch die Zeit trudeln. Warum das Buch – jenseits des über 50seitigen Kapitels in Form eines PowerPoint-Folien-Tagebuchs – großartig ist, lässt sich in der klugen Rezension von Dirk Knipphals in der taz nachlesen („Jennifer Egan kann schreiben, dass es einen schier umpustet“). Jennifer Egan lehnt jedes Kapital gekonnt an ein anderes literarisches Genre an und, so etwas beeindruckt mich immer, kombiniert virtuos verschiedene Zeitebenen. Angewandte postmoderne Geschichtsschreibung.

3) Stephan Thome: Fliehkräfte

Welche Chance hat man, ein Buch nicht zu kaufen, wenn der Buchhändler des Vertrauens in der Stamm- und Lieblingsbuchhandlung aus dem Stand ein mehrminütiges Loblieb anstimmt? Ich bin jedenfalls froh, dass ich dieser Empfehlung gefolgt bin und mich mit dem Philosophieprofessor Hartmut Hainbach jenen Fliehkräften aussetzte, die einen durch das Leben kreiseln lassen. Stephan Thome führt in diesem Roman eindrücklich vor, dass das eigentliche Ereignnis in einem Buch die Sprache ist, dass also gar nicht so viel „passieren“ muss, um die Lesenden zu bannen. Mit der Einschätzung, dass Fliehkräfte zurecht auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis stand und im Prinzip einer der Favoriten war, stand und steht man in diesem Jahr jedenfalls nicht allein.

2) Public Image Limited – This is PiL

Das, nunja, „Comebackalbum“ von PiL ist mein musikalischer Höhepunkt des Jahres. Unfassbar, dieser Groove. This is PiL verwandelt mit einem Fingerschnipp jeden Ort in eine potentielle Tanzfläche. Muss ich betonen, dass die Texte diesen Groove natürlich ebenso tragen, wie der Sound? Muss ich nicht: We come from chaos, you cannot change us / Cannot explain us and that’s what makes us / We are the ageless, we are teenagers / We are the focused out of the hopeless / We are the last chance, we are the last dance …

1) Sibylle Berg: Vielen Dank für das Leben

Es gibt Romane, die einen körperlich berühren, die einem beim Lesen eine merkwürdige Aufregung bescheren. Vielen Dank für das Leben ist so ein Roman. „Fesselnd“ ist schlicht das falsche Wort für das, was dieses Buch während der Lektüre mit einem macht. Vielmehr ist es im Wortsinn atemberaubend, es erzeugt eine Resonanz, bringt etwas in einem zum Schwingen. Sibylle Bergs Sprache entwickelt einen so unwiderstehlichen Sog, dass Leser, Buch und Welt förmlich ineinander übergehen. Vielen Dank für das Leben ist der mit Abstand beste Roman, den ich seit Ulrich Peltzers Teil der Lösung (2007) oder gar Juli Zehs Spieltrieb (2004) gelesen habe. Achja, darum geht es (sagt der Verlag):

„Toto ist ein Wunder. Ein Waisenkind ohne klares Geschlecht. Zu dick, zu groß, im Suff gezeugt. Der Vater schon vor der Geburt abgehauen, die Mutter bald danach. Und doch bleibt Toto wie unberührt. Im kalten Sommer 1966 geboren, wandelt er durch die DDR, als ob es alles noch gäbe: Güte, Unschuld, Liebe. Warum, fragt er sich, machen die Menschen dieses Leben noch schrecklicher, als es schon ist? Toto geht in den Westen, wo der Kapitalismus zerstört, was der Sozialismus verrotten ließ. Nur zwei Dinge machen ihm Hoffnung – das Wiedersehen mit Kasimir und sein einziges Talent: das Singen. Es führt Toto bis nach Paris.“

alice in her party dress: resident evil 5

Mein Name ist Alice. Ich habe für die Umbrella Corporation gearbeitet. Ich war Sicherheitschefin eines unterirdischen Laborkomplexes namens The Hive. Ich bin dafür verantwortlich, dass Dr. Luks seinen ersten 3D-Film im Kino gesehen hat, dass er ein halbes Dutzend Herzstillstände hatte und nun davon überzeugt ist, dass diese 3D-Technik wohl nicht mehr aus dem Kino verschwinden wird.

Dass ich Resident Evil liebe, habe ich schon wiederholt gestanden. Daher kann und will ich hier auch keine Filmkritik von Resident Evil: Retribution (Regie: Paul W.S. Anderson) schreiben – schließlich besteht eine wichtige Kritiker_innenregel darin, kein Fan des Besprochenen sein zu sollen. Natürlich ist Resident Evil: Retribution ein genauso grandioses Spektakel wie immer. Alice prügelt und begnügt sich mit wenigen kürzestmöglichen Sätzen. Wie immer sind manche Choreographien von poetischer Schönheit.

Die Prozeduren des Ein- und Umkleidens in Resident Evil wären eine eigene kleine Studie wert, die ich sofort in Angriff nehmen würde, wenn ich ein Experte in kulturwissenschaftlichen fashion studies wäre. Die Filme, vor allem der aktuelle Teil, spielen permanent mit Outfits und ritualisierten, symbolisch aufgeladenen Outfitwechseln. Die Filme verhandeln das wundervoll komplexe Verhältnis von Kleidung, Identität und Realität immer wieder neu. Sie spielen damit, dass bestimmte Outfits als Verkleidung (ein hübsches Vorstadthausfrauenkleidchen zum Beispiel) sichtbar werden und damit anzeigen, dass irgendetwas mit Alice und der Welt nicht stimmt, dass man sich auf einer Traum- oder Simulationsebene befindet. Alice‘ Changieren zwischen virtuos geschneiderter Krankenhaus- und Quasi-Gefängniskleidung auf der einen und ebenso experimentell designten Kampfmonturen auf der anderen Seite sind Legion. Alice in her party dress …

Resident Evil: Retribution bietet nicht nur Fashion(study)nistas einiges. Freund_innen virtueller Realitäten kommen auf ihre Kosten, weil der Film mit mehr als einem Augenzwinkern die vorangegangen Teile als Trainings- und Demonstrationslevel simuliert. Freund_innen düsteren Bombastsounds werden ebenfalls bedient. Der Soundtrack – beigesteuert vom transmedialen Komponistenduo tomandandy – klingt mitunter, als hätten Dead Can Dance den Sound von Winnetou mit atombetriebenen Synthesizern neu eingespielt. Das filmische 3D-Spektakel bekommt so eine beeindruckende weitere Dimension.

Nicht zuletzt bietet Resident Evil nun schon zum zweiten Mal die großartige Gelegenheit, die beiden ikonischen Actionstars unserer Zeit – Milla Jovovich und Michelle Rodriguez – in einem Film zu bewundern. Es ist schön zu sehen, dass der Typus Actionstar nicht mehr (allein) durch diesen Seniorentanztee um Sly Stallone definiert wird …

resident evil lieben lernen

Endlich versteht mich jemand. Das kommt nicht oft vor, zumal dann nicht, wenn es um meine Liebe zu Resident Evil (den Filmen!) geht, der ich immerhin den allerersten Beitrag zur Eröffnung dieses Blogs gewidmet habe.

Nun ist es aber doch passiert.

Daniel Sander hat im aktuellen KulturSPIEGEL (9/2012) in einem hinreißenden Artikel mit dem Titel Ein Herz für Untote seine Liebe erklärt. Zu Unrecht, so Sander zu Recht, werden die Filme gering geschätzt, verspottet usw. Niemand ließ sich bisher dazu herab, die Hitchcock-Verbeugungen und die Lewis Carroll-Anspielungen, den Witz, die Phantasie und den innovativen Charakter der Actionszenen zu würdigen.

Es sind aber nicht diese Hinweise, die mich zu einer kleinen Lobeshymne auf den Artikel von Daniel Sander verleiten, sondern seine Ausführungen zu Alice/Milla Jovovich. Was er dazu schreibt, trifft den Kern der Filmreihe und macht deutlich, warum man Resident Evil lieben (lernen) sollte.

„Wenn Milla Jovovich jemandem den Kopf verdreht, dann nur, um ihm das Genick zu brechen. Sie ist nicht die Sorte Frau, die in Zeiten der Apokalypse in der Ecke steht und darauf wartet, dass ein Ritter vorbeikommt und ihr den Weg zum Happy End freischießt. Sie schießt selbst. Oder tritt und schlägt und hackt. Sie tut, was getan werden muss, im Dienste der Menschheit. Milla Jovovich ist meine Heldin.“

Daniel Sander kommt in seinem Artikel auf hier und da den Filmen gegenüber vorgebrachte Sexismusvorwürfe zu sprechen, die im Wesentlichen darin gründen, dass Alice in der Regel in den knappestmöglichen Outfits unterwegs ist und auch mal in Strapsen kämpft. Sander rückt diesen Vorwurf ein wenig zurecht, wenn er schreibt:

„Doch keiner der männlichen Co-Charaktere würde es je wagen, dazu einen anzüglichen Kommentar abzugeben oder auch nur einen lüsternen Blick zu riskieren. Weil er weiß, dass er dann sehr bald tot wäre. Alice kokettiert mit ihrer Sexualität, ist aber nie Sexobjekt. Sie ist die Ikone all jener, die seit vergangenem Jahr auf den weltweiten ‚Slutwalks‘ dafür demonstrieren, dass wenig Kleidung keine Einladung zur Vergewaltigung ist.“

Mir ist diese Facette völlig entgangen, als ich vor einiger Zeit versucht habe, die feministischen Potentiale von Resident Evil auszuleuchten. Um so schöner, dass Daniel Sander das nun nachgeholt hat.

Zwei Sexszenen: Roeg/Christie/Sutherland vs. Annaud/Vargas/Slater

Wenige Dinge geben deutlicher Auskunft über die Qualität eines Films – vor allem Regie, Kamera und Schauspiel – als Sexszenen. Sexszenen sind eben nicht nur Sexszenen, nicht nur Abbildung und Darstellung sexueller Handlungen im Medium des Films. Vielmehr transportieren sie filmästhetische, kulturelle und (geschlechter-)politische Vorstellungen.

Zwei Beispiele; bei  beiden handelt es sich um sehr berühmte, viel diskutierte und beeindruckend gefilmte Szenen, die dennoch ganz unterschiedlich funktionieren.

1) Julie Christie und Donald Sutherland in Wenn die Gondeln Trauer tragen (OT: Don’t Look Now) aus dem Jahr 1973 (Regie: Nicolas Roeg)

http://www.metacafe.com/watch/2276677/julie_christie_from_movie_dont_look_now/

Das ist sie, die wohl kontroverseste Sexszene (Hatten die beiden wirklich Sex? – bis heute kann man abwechselnd mit der einen oder anderen Antwort Schlagzeilen machen) im unbestritten besten britischen Film aller Zeiten (so jedenfalls immer wieder die entsprechenden Umfragen und Hitlisten).

Eine derart intensive bzw. intensiv gefilmte Sexszene wäre in jedem anderen Film als etwas Solitäres dargestellt worden, etwas Einzigartiges – life changing, wie das dann immer so schön heißt. Nicht so bei Nicolas Roeg. Beeindruckend ist hier die Parallelmontage von Sex und schrittweisem Ankleiden beider nach dem Sex. Sex ist ein Teil eines Lebens, zu dem ganz selbstverständlich auch andere Teile gehören. Das Besondere an dieser Sexszene ist, dass Sex (und mag er noch so besonders sein) auch nichts Besondereres ist als der anstehende Restaurantbesuch.

Der Sex zwischen Julie Christie und Donald Sutherland ist weiter als nur irgend möglich von quasi-natürlicher, instinktiver Sexualität entfernt. Hier kommunizieren zwei Körper – sophisticated. Es ist Kommunikation unter Gleichen. Dieser Körpersprache ist es egal, ob ein männlicher oder weiblicher Körper sie spricht. Helligkeit und Eleganz im Filmischen wie auch der Ausstattung der Szenerie sagen zudem klar und deutlich: This is the Modern Life. Hier wird nicht mythisiert oder bei Schummerlicht in neckischer Kleidung verklärt.

2) Valentina Vargas und Christian Slater in Der Name der Rose aus dem Jahr 1986 (Regie: Jean-Jacques Annaud)

Die Szene zwischen Valentina Vargas und Christian Slater in dieser Bestsellerbestsellerverfilmung funktioniert ganz anders. Annaud verwendet die Sexszene, um das große Thema Natur/Zivilisation zu verhandeln.

‚Das Mädchen‘ – sie hat keinen Namen und redet im ganzen Film kein Wort – ist das dunkle, erdige, ursprüngliche und urmenschliche Leben; animalische Natur und sonst nichts. Sie ergreift die Initiative, ohne dass man sagen könnte: Sie ist die Veführerin. Sie verführt eben nicht. Verführung ist ein viel zu zivilisiert-verspieltes Konzept, als dass es einen Platz im rein instinkthaften Handeln ‚des Mädchens‘ haben könnte. ‚Das Mädchen‘ ist nicht nur aller Kleider, sondern auch aller Zivilisation entkleidet. Dagegen der Mönch Adso von Melk. Hochkultiviert, als Adelssohn und Novize der Höhepunkt der Zivilisation des frühen vierzehnten Jahrhunderts.

Jean-Jacques Annaud erzählt in dieser Szene eine Geschichte, die nicht das Hohelied von Kultur und Zivilisation singt. Es ist keine Geschichte vom Zivilisationsprozess oder von einer Zivilisierung der ‚Barbaren‘ und ‚Wilden‘ im Inneren und außerhalb der zivilisierten Welt. Annaud erzählt die Geschichte einer (vermeintlich) ‚falschen‘ und in die Irre geleiteten Zivilisation. Adso von Melk könnte als sadistischer, fanatischer, ideologischer, scheinheiliger, gieriger Kleriker enden (wie all die anderen Exemplare, die der Film fratzenhaft vorführt). Dass er es nicht tut, liegt an ‚dem Mädchen‘. Sie ist es, die ihn mit ihrem instinktiven, sexuellen Begehren ‚erdet‘. Durch sie hält er die Verbindung zu einer ur-menschlichen Natur, die bei allen anderen durch die Zivilisation korrumpiert wurde. In der Konfrontation mit der naturgewaltigen Sexualität ‚des Mädchens‘ muss Adso feststellen, dass seine verfeinerten Kulturtechniken nicht funktionieren – sie sind schlichtweg nutzlos im Umgang mit einer Natur, zu deren Kultivierung sie erst erfunden worden waren.

Das ist die Geschichte, die die Sexszene in Der Name der Rose erzählt. Es ist eine Geschichte, die ihre ganz eigenen Probleme mit sich bringt. Sie transportiert einen heiklen Exotismus voller Geschlecherstereotypen. In anderen Kontexten hat man derartiges auch schon Rassismus (hier vielleicht besser: ‚Klassismus‘, weil Annaud eben keine fremden Ethnien, sondern eine soziale Schicht exotisiert) und Sexismus nennen dürfen. Das namenlose Bauernmädchen ist die ‚edle Wilde‘ voller ’natürlicher‘, instinkhafter Sexualität. Annauds Sexszene berichtet von wenig mehr als der Natürlichkeitssehnsucht und den erotischen Phantasien des gebildeten Mannes. An ihrer filmästhetischen Qualität ändert das aber nichts.

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Also, eine Sexszene ist einfach nur eine Sexszene?