Enttäuschung (keine Überraschung). Félix Guattari über den „planetarischen Kapitalismus“

Keine kulturpessimistische Klage über die nie endende Ausschlachtung großer Namen nach dem Ableben ihrer Träger, auch wenn die Textfledderei mitunter nervt und immer irgendwann einen toten Punkt erreicht. Die gerade bei Merve erschienene kleine Sammlung mit Texten von Félix Guattari (1930-1992), auf die ich durchaus neugierig war, hinterlässt nun leider aber genau einen einzigen Leseeindruck,... Weiterlesen →

Weil heute sein Geburtstag ist …

Die Feierlichkeiten laufen allerorten. Hier etwa gibt es (immer) noch eine hochkarätige Tagung im Livestream, und hier eine wundervolle Internetpräsenz. Schließlich wird ein Karl Marx nur einmal im Leben 200 Jahre alt! Und dabei haben wir alle doch erst im letzten Jahr 150 Jahre Das Kapital. Erster Band gefeiert. Ich beteilige mich gern mit zwei... Weiterlesen →

Die Wiederentdeckung der „zweiten Linken“

Die Gesellschaftskritik der alternativ-linken Bewegungen der 'langen siebziger Jahre' - die Diagnosen und Utopien der Post-68er - scheinen für das 21. Jahrhundert, noch oder wieder, eine gewisse Strahlkraft zu haben. Ökologische Krise, Konsumismus, entgrenztes Wachstum, flexibler Kapitalismus - die seit '68' geprägten Schlagworte wirken weiterhin und scheinen wie gemacht für eine Kritik heutiger Verhältnisse. Ähnlich... Weiterlesen →

Wandelnde Leichen – die Koffeinsucht junger Fabrikarbeiterinnen (1893)

Minna Wettstein-Adelt (1869-1908) veröffentichte 1893 den Bericht 3 1/2 Monate Fabrik-Arbeiterin, in dem sie - eine der Vorkämpferinnen der bürgerlichen Frauenbewegung - sich dem Elend der 'Schwestern' in den Fabriken widmete. Zu diesem Zweck verbrachte sie einige Zeit im Undercovereinsatz in einigen Chemnitzer Textilfabriken. Derartige Expeditionen in das fabrikgesellschaftliche Herz der Finsternis waren im späten... Weiterlesen →

Daimler und die Würste – deutsche Kontinuitäten im 20. Jahrhundert

Zuerst die Süddeutsche Zeitung und dann der Guardian berichten heute über einen Wurststreit auf der Aktionärshauptversammlung bei Daimler. Offenkundig bevorratete sich jemand am Buffet ausgiebig für einen späteren Wursthunger zuhause; jemand anderes störte sich daran; es kam zum Streit; die Polizei schlichtete. 12.500 Würste für 5.500 Aktionäre. Da war der Zwischenfall doch vorprogrammiert! Wer sich... Weiterlesen →

Die „Stimme des Volkes“ in Zeiten der ‚Lügenpresse‘. Arlette Farge, das 18. Jahrhundert und wir

Geschichtsbücher, also Bücher über Geschichte, erklären die Gegenwart. Sie erzeugen Verfremdung und Distanzierung und gleichzeitig oft irritierende Wiedererkennungseffekte. Als ich kürzlich ein bestimmtes Geschichtsbuch aus dem Regal nahm (als Historiker tue ich das natürlich hin und wieder), drängte sich eine Aktualität auf, die ich nicht erwartet hatte. Jedenfalls habe ich Lauffeuer in Paris. Die Stimme... Weiterlesen →

Eruption und Gärung – Jürgen Goldstein: Georg Forster. Zwischen Freiheit und Naturgewalt

Vor wenigen Tagen wurden die Nominierungen für den Preis der Leipziger Buchmesse bekanntgegeben (eine Zusammenstellung gibt es z.B. hier). Nun kann die Diskussion losgehen: Wer kennt welchen Titel? Welcher Titel steht 'zurecht' auf der Liste und welcher Titel fehlt? Ein kleines Puzzlestück möchte ich auch beitragen: Nominiert in der Kategorie Sachbuch ist Jürgen Goldstein: Georg Forster.... Weiterlesen →

Der „Historikerfreak“ und Karl Schmidt

Als Historiker trifft man in der Welt von Pop und Literatur ja eher selten auf BerufskollegInnen; wenn doch, dann freut man sich und ist verwundert, wo man sie antrifft: Zum Beispiel in Sven Regeners neuem Roman Magical Mystery, oder: Die Rückkehr des Karl Schmidt (Galiani Berlin 2013). Karl Schmidt, der heimliche Held aus Herr Lehmann,... Weiterlesen →

Bloggen auf WordPress.com.

Nach oben ↑